Joni im Gespräch mit Serdi

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Auf dem Weg zum Nationalmannschaftslehrgang in Berlin stellt Serdi dem frischgebackenen Nationalspieler Joni ein paar Fragen:

 

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Zum Auftakt der Blindenfußball Bundesliga Saison 2016 schlägt der FC St. Pauli den Rekordmeister MTV Stuttgart mit 2:1

Joni im Zweikampf um den Ball, Paul im Hintergrund
Im „Rathaus“ von Gelsenkirchen startete die Ligasaison 2016 zum ersten Mal in der Halle. Der FC St. Pauli spielte um 15:00 gegen den Rekordmeister MTV Stuttgart, die leider nur mit drei Feldspielern antreten konnten, die aber alle 3 Stammspieler der deutschen Blindenfußballnationalmannschaft sind. Zudem trat Stuttgart mit einem neuen Torhüter und auch mit einer neuen Hinter-Tor-Guidin, sowie ohne ihren Stammtrainer Ulrich Pfisterer an. Dem FC St. Pauli fehlten die Feldspieler Katja und Michael Löffler, ansonsten war das Team sehr groß, da zum Saisonauftakt fast alle Assistenten und Teambetreuer die Reise zum Ligastart mitgemacht haben, um in Gelsenkirchen die verschiedenen Aufgaben an einem Wettkampfspieltag kennenzulernen.

Gut vorbreitet und mit neuen Trikots ausgestattet, aber vor allem mit Spaß und einer kompakten Teamleistung besiegten die Kiezkicker zum ersten Mal den MTV Stuttgart.

Rasmus Narjes, der junge Kapitän des FCSP, schoss nach feinem Solo das 1:0 und bescherte sich und seinem Team an seinem 16. Geburtstag damit den perfekten Start in die, später stark umkämpfte, Begegnung. Paul Ruge hatte einige Minuten später, nach einem schnellen Angriff die Chance zum 2:0 für den FC St. Pauli zu erhöhen. Trotz perfektem Abstand von 4 m zum Tor und druckvoll plaziertem Schuss konnte Paul den neuen Stuttgarter Torwart Till Kugler nicht bezwingen. Der Halbzeitstand von 1:0 wurde durch den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Alexander Fangmann direkt nach Wiederanpfiff des Spiels zum 1: 1 aus nächster Nähe ausgeglichen. Die Stuttgarter spielten durch Mulgehta Russom viele lange Pässe aus der Abwehr in die Spitze, wo Lukas Smirek und  Alex Fangmann geschickt miteinander agierten und druckvoll zum Tor drängten. Der Routinier im Tor des FC St. Pauli, Sven Gronau, rettete durch einige feine Glanzparaden das 1:1.
Sven erwartet den nächsten Stuttgarter Angriff durch Alex Fangmann
In den letzten beiden Jahren ging der FC St. Pauli in den Partien gegen den MTV Stuttgart immer zuerst in Führung, um dann am Ende doch mit 1:2 und damit leeren Händen und hängenden Köpfen vom Feld zu gehen. Diesmal schaffte es Serdal Celebi den Siegtreffer für den FC St. Pauli zu setzen. Sein verdeckter Flachschuss aus 9m glitt flach am linken Pfosten vorbei ins Stuttgarter Tor. Die Restspielzeit war bestimmt durch wütende Angriffe der Stuttgarter, die den Ausgleich erzwingen wollten. Ein Okocha-Trick von Mulgetha Russom als 6m hoher Flankenlob, beidbeinig von hinter dem Körper in den St. Pauli Strafraum geschwungen, aber nicht als Selbstvorlage, sondern als Pass auf seinen Mitspieler Fangmann gespielt, ließ auch die spielerische Team Klasse der Stuttgarter wieder aufblitzen. Zu einem Punkt für Stuttgart reichte es am Ende trotzdem nicht, weil die St. Paulianer ihre Kompaktheit behielten, sich nicht durch die Stuttgarter Brechstange auseinander ziehen ließen und die Ruhe bewahrt haben, in einer am Ende hektischen Partie.

Mulgheta Russom wird von Joni verfolgt

Die gelbe Karte für den Stuttgarter Kapitän Alexander Fangmann, nachdem er vor Wut auf den Boden schlagen wollte, aber den vor sich liegenden St. Pauli Spieler Philipp Versen traf, versinnbildlicht die Intensität dieses Blindenfußballspitzenspiels. St. Pauli hatte in der 2. Halbzeit Philipp Versen für Jonathan Tönsing eingewechselt, um statt feiner Offensive, mehr Bollwerk bilden zu können. Alex Fangmann hatte einen Tag nach dem Spiel Kontakt zum FC St. Pauli aufgenommen, um die Aktion um die gelbe Karte herum, zu erklären. Dies kennzeichnet das sportliche- und kollegiale Miteinander der Blindenfußballer in der Liga.

Die St. Paulianer sind glücklich, mit drei U 19 Spielern in der Startaufstellung, gegen die drei Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft gewonnen zu haben und damit einen guten Start in die Saison geschafft zu haben.

Miriam umarmt Philipp überglücklich

Die Blindenfußball Bundesliga gastiert am 16. und 17. Juli zum 3. Spieltag in Hamburg am Borgweg 17a.

Bilder: Vielen Dank an Carsten Kobow, Sepp-Herberger-Stiftung

Quelle: www.blinden-fussball.de

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FCSP Blindenfussball zu Gast bei den Sportfreunden Braunschweig

Teamfoto mit Timo, Wolf, Rasmus, Paul, Rolf, Philipp und Joni

Der FCSP Blindenfussball war mit kleinem Team am Samstag, dem 6.1.2016 zu Gast bei einer großen Veranstaltung in Braunschweig. Die Sportfreunde Braunschweig veranstalteten zum 6. Mal ein großes Fussballturnier für ID Teams. In einer Turnierpause haben Jonathan und Paul in braun, gegen Rasmus und Philipp in weiß, vor großem Publikum gespielt. 30 Minuten Blindenfussball in der Soccerhalle waren eine lohnenswerte Trainingseinheit für den engagierten Blindenfussballnachwuchs. Der Ball konnte nie aus dem Spiel fliegen, weil ein Netz um das gesamte Spielfeld gespannt war. Am Ende stand es 5:5, die Spieler waren erschöpft und glücklich und das Publikum applaudierte begeistert. Schön war es für die St. Paulianer, die Amputee Fussballer wieder zu treffen, die zum ersten Mal ein „ernstes“ 3er-Turnier ausgespielt hatten. Das Gastgeberteam Sportfreunde Braunschweig hat gewonnen. Die St. Paulianer freuen sich, wenn in Niedersachsen bald wieder ein Blindenfussballteam entsteht.
Fotos: Jennifer Kampani

Paul am Ball

Rasmus und Paul im Zweikampf

Philipp kann Joni´s Schuss nicht verhindern

Amputiertenfussball Spielszene

 

 

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FC St. Pauli Blindenfußballer in der Anne Frank Gemeinschaftsschule in Elmshorn

Serdi im Kreis der Schüler Serdi im Kreis der SchülerBlindenfußballnationalspieler Serdal Celebi und sein Trainer Wolf Schmidt waren am Freitag, dem 22.1.2016 in Elmshorn um Schülerinnen der Anne Frank Gemeinschaftsschule in Elmshorn die Möglichkeit zu geben, Blindenfußball kennenzulernen. In 3 jeweils 90minütigen Schulsporteinheiten haben die SchülerInnen unter der Dunkelbrille selber ausprobieren können, wie blinde und sehgeschädigte Menschen Fußball spielen. Serdal hat den Schülern in der Kreisform sehr motivierend die Funktion und die Bedeutung des Wortes Voy! veranschaulicht. Erst sehend und später nur noch hörend. Interessant ist, dass unsere Sprache im Sinne von Erkenntissgewinnen immer das Sehen zitiert und nicht das Hören. Man veranschaulicht etwas, oder man hat ein Einsehen, man gewährt einen Einblick. Ein Einhören gibt es als Wort nicht, aber die SchülerInnen haben das Hören als Erkenntnis Gewinnung intensiv erleben können und dabei festgestellt, dass die Rolle des sehenden Rufers mindestens genauso schwer ist, wie die des verdunkelten Feldspielers. Im Abschlusskreis wurde deutlich, was für einen positiven Eindruck Serdal und der Blindenfußball hinterlassen haben. Vielleicht steigt der 14 jährige Morterzar demnächst in das Jugend Training der Blindenfußballer des FC St. Pauli ein.

Hier ein SAT 1-Bericht „So geht Inklusion“ von diesem Tag:
http://www.sat1regional.de/panorama-video/article/so-geht-inklusion-blindenfussball-im-regulaeren-sportunterricht-in-elmshorn-194393.html

Serdi im Kreis der Schüler

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„Mit Rasselball und Voy!“ Ein „Übersteiger“-Bericht über Blindenfussball beim FCSP

Das „Übersteiger“-Fanzine berichtete in seiner Ausgabe 121 über Blindenfussball beim FC Sankt Pauli.

Klickt hier für das pdf: Uebersteiger121_Blindenfussball

Vielen Dank an Marron Blanco für den schönen Text und Stefan Groenveld für die sagenhaften Bilder!

 

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Das Audio-EM-Tagebuch von Rasmus und Serdi

Rasmus und Serdi auf dem Weg zur EMAn dieser Stelle hört Ihr die Europameisterschaftseindrücke unserer Spieler Rasmus Narjes und Serdal Celebi aus Hereford, England.

DBS-Auswahl-Teamfoto

Freitag, 28. August 2015. Nach einem spielfreien Tag steht heute das Spiel um Platz 5 gegen Frankreich an.

In der sechsten Folge beschreiben Rasmus und Serdi Ihre Erkundungstour am freien Tag:

Im historischen Haus

 

Rasmus in Kathedrale

Rasmus und Thilo (Physio)

 

Rasmus dribbelt in seinem ersten Auftritt bei der EM2015

Vielen Dank an Jitka Graclikova für das Foto von Rasmus bei seinem ersten Auftritt bei der EM!

Tag 5.  0:2 gegen England. Starker Auftritt des Teams gegen die Favoriten.

So haben Rasmus und Serdi das Spiel erlebt:

Der Spielort im Regen

Folge 4, nach dem 2:0 gegen Polen mit dem ersten Einsatz von Rasmus als Nationalspieler:

Rasmus im Hotelzimmer

Gestern war spielfrei für das deutsche Team.

Wie der Tag für unsere Spieler lief, erfahrt Ihr in Folge 3:

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Im ersten Gruppenspiel trennte man sich torlos von der Türkei 0:0

In dieser zweiten Folge hört Ihr, wie Rasmus und Serdi diesen Auftakt zur EM erlebten:

 

Hier die erste Folge über Reise und Ankunft: „Von Sankt Pauli zu den fussballgeilen Engländern“

 

 

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Rasmus wird zur EM in GB nachnominiert

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Am 22. August beginnt die Blindenfussball-EM in Hereford, GB.

Bedauerlicherweise verletzte sich das Defensiv-As vom MTV Stuttgart, Mulgheta Russom bei einem Sturz auf die Gleise so schwer, dass er für die nächste Zeit ausfällt und zum ersten Mal, seit es die EM gibt (2007), nicht dabei sein kann.

An dieser Stelle die herzlichsten Genesungswünsche!

Gute Besserung, Mulle – komm schnell wieder auf die langen Beine!

Für Ihn in den Kader rückt nun unser Rasmus Narjes und das freut uns alle ganz besonders!

Der zweite Spieler nun aus unserem aktuellen Team, der sich neben dem braun-weissen nun auch ein Nationaltrikot überstreifen darf.

Freitag startet er gemeinsam mit unserem Nationalspieler Serdi zum letzten Lehrgang vor der EM nach Stuttgart.

Wir sind überglücklich, dass unser 15jähriger Abwehrstratege jetzt schon ein bischen Europameisterschaftsluft in England schnuppern darf und wertvolle Erfahrungen in der Nationalmannschaft sammelt.

Eine schöne Anerkennung auch unserer Nachwuchsförderung, die nun den bisher jüngsten Nationalspieler hervorgebracht hat.

Hört Ihn hier in eigenen Worten:

Forza Rasmus!

Hier die Meldung der Nationalmannschaft:

http://blindenfussball-nationalmannschaft.de/2015/08/mit-reichlich-gegenwind-gehen-wir-in-den-endspurt/

Mehr Infos zur EM: http://www.rnc.ac.uk/blindeuros/

 

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IBSA Blind Football European Youth Camp in Hamburg 31.07. & 01.08.2015

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Erstes europäisches Jugendcamp für Blindenfußballer beim FC St. Pauli

28 Teilnehmer aus 6 verschiedenen Ländern kamen am 30. Juli nach Hamburg, um an der ersten Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen, die ausschließlich für jugendliche Blindenfußballspieler und SpielerInnen und deren Trainer veranstaltet wurde.

Die sportliche Fortbildung konnte von der IBSA (International Blindsport Federation) unter Anleitung von Uli Pfisterer dem deutschen National- und Stuttgarter Meister Trainer auf dem Trainingsplatz des FC St. Pauli Blindenfußball ideal durchgeführt werden.

Zum allerersten Mal konnte auf drei Spielfeldern mit Seitenbanden gespielt werden.

Trotz sprachlicher Barrieren haben die jungen Sportler und Trainer viel von einander lernen können und vor allem selber erleben können, wie wichtig die Elemente Kommunikation und Orientierung sind, um erfolgreich Blindenfußball zu spielen.

Georgien ist mit dem Nationalteam und Trainerstab angereist und hat mit der feurigen Begeisterung für Fußball einen schönen Akzent gesetzt.

Die Teilnehmer konnten bei einer Millerntor Stadionführung schon einmal den Rasen beschnuppern, auf dem Sie vielleicht sogar in einigen Jahren selber spielen könnten.

Wir freuen uns darüber, dass wir sehr nette erste internationale Kontakte im Bereich Jugend Blindenfußball durch das IBSA Camp knüpfen konnten.

Dorottya (17) aus Ungarn spielt seit 4 Monaten Blindenfußball und sagte, dass Sie im Blindenfußball große Freiheit erleben kann (weiter unten ein Link zum Audio-Interview)

Egal ob im Amateur-, Profi-, oder Behinderten Fußball, Begeisterung und Kommunikation sind die Basis.

Eure FC St. Pauli Blindenfußballer

Hier ein Bericht von Rasmus, der leider verletzt nicht teilnehmen konnte, über das IBSA-Jugendcamp:

Vom 29. Juli bis zum 1. August fand das von der IBSA organisierte IBSA-Jugendcamp in Zusammenarbeit mit dem FC St. Pauli Blindenfußball, in Hamburg statt. Angeleitet vom Bundestrainer Ulrich Pfisterer, nutzten Jugendliche und Trainer aus sechs verschiedenen Ländern die Chance, sich auszutauschen und Erfahrungen im Blindenfußball zu sammeln. Neben Spanien, Italien, Deutschland und Ungarn besuchten auch die Blindenfußball-Neulinge aus Georgien sowie ein Österreicher das Camp.

Nach einer entspannten Ankunft am Donnerstagabend fand am Freitagmorgen die erste Trainingseinheit auf dem Blindenfußball-Trainingsplatz vom FC St. Pauli statt. Nach einer kurzen Theorie-Einheit standen Kommunikation und Kennenlernen auf dem Platz im Vordergrund. Nach einem köstlichen Mittagessen trainierten die zehn jugendlichen Spieler, mit dem Ball umzugehen und Pässe sauber zu spielen. Der FC St. Pauli um den Coach Wolf Schmidt hatte außerdem für ein gutes Rahmenprogramm gesorgt und lud die Teams am Freitag zu einer Stadionführung ein, die von großer Beliebtheit war.

Am Samstagmorgen wurden in der Trainingseinheit vor allem Standards und Zweikampf trainiert. Nach dem selbstgemachten Mittagessen wurden verschiedene Spiele gemacht. Dort erkannte man das Talent vieler Spieler und es wurden viele schöne und vielfältige Charaktere deutlich. Abends gab es einen regen Austausch zwischen Verantwortlichen und den Spielern, was der Blindenfußball eigentlich bedeutet und welchen Stellenwert er hat. Die Abreise war am Sonntagmorgen.

Insgesamt war dies ein sehr gelungenes IBSA-Camp, weil Trainer und auch Jugendliche neue Erfahrungen mit anderen Menschen sammeln konnten und sich im Blindenfußball weiter entwickelt haben.

 

Rasmus Narjes

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Hier noch drei Interviews von Joni & Paul mit Teilnehmern aus Italien…:

und Ungarn:

 

 

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Bronze beim Bučovice Blind Football Cup

Das Team jubelt und hält den Pokal in die Höhe

Am Wochenende 20./21. Juni 2015 fand im tschechischen Bučovice das 3. internationale Blindenfußballturnier statt, das von unseren Freunden von Avoy MU Brno organisiert wird. 

Am frühen Freitagmorgen begab sich unsere Reisegruppe auf die zehnstündige Zugfahrt nach Brünn. Lang, aber immerhin ohne Umsteigen. Mit an Bord diesmal Rasmus, Jonathan, Philipp, Paul, Christian, Michael, Serdal, Sven fürs Tor, Trainer Maximilian, Miriam und Rolf als Guides sowie die verletzte Katja. Außerdem begleitete uns Stefan Groenveld, den die Turnierveranstalter als Fotografen gewinnen konnten.

In Bučovice angekommen wurden wir von unseren Gastgebern begrüßt, checkten ins Hotel ein und genossen unser Abendessen. Von Avoy eingeladen zu werden, bedeutet, zu wirklich allem eingeladen zu werden. Hotel, Frühstück, eine warme Mahlzeit am Sportplatz und eine am Abend. Die Gastfreundschaft ist überwältigend.

Aber natürlich waren wir vor allem wegen des Sports in Bučovice. Der Cup ist international hochkarätig besetzt. Neben dem Chemnitzer FC und Worcester aus England waren auch die Griechen aus Thessaloniki wie im Vorjahr am Start. Zum ersten Mal bei diesem Turnier waren Anderlecht und Dublin vertreten. Und dann natürlich die Titelverteidiger vom ICB Bahia aus Brasilien, die beste Blindenfußball Vereinsmannschaft der Welt. 

Leider spielten wir nicht mit Bahia in einer Gruppe. So war das sportliche Ziel insgeheim die Halbfinalteilnahme, um gegen die Brasilianer antreten zu dürfen. Ein sehr hochgestecktes Ziel, noch nie zuvor erreichten wir das Halbfinale von Bučovice. Zudem hatten wir uns vorgenommen, allen Aktiven genügend Spielanteile zu gönnen und dies gegebenenfalls auch sportlichen Ambitionen überzuordnen. Dass Spielanteile und sportliche Ambitionen aber kein Widerspruch sein müssen, zeigte sich im Verlauf des Wochenendes. Das Team war der Star bei diesem Turnier.

In unserem Auftaktmatch standen wir dem Worchester Blind Football Club gegenüber. Der WBFC, im Vorjahr noch Halbfinalteilnehmer, musste diesmal auf seinen Nationalspieler und Goalgetter Darren Harris verzichten. Schade. Darren hatte uns vor wenigen Monaten beim Trainingslager in Hamburg besucht und wir durften einiges von ihm lernen. Stattdessen traten die Engländer mit einem Nachwuchsteam an. Für uns eine gute Gelegenheit, auch unsere Jugendlichen viel spielen zu lassen. Zeitweise hatten wir nur 15- und 16jährige Spieler auf dem Kunstrasen, lediglich unser Torwart hob den Altersschnitt auf 20,8. 

Zwar kamen die Engländer zu einigen wenigen Torchancen, doch insgesamt dominierten wir die Partie klar. Serdal konnte Mitte der ersten Halbzeit die Führung markieren (ein Spiel dauerte 2x 20 Minuten, üblich sind 2x 25 Minuten). Mitte der zweiten Halbzeit schoss Jonathan zum 2:0 Endstand ein.

Im zweiten Gruppenspiel bekamen wir es mit dem griechischen Meister und Vorjahresfinalisten Pirsos Thessaloniki zu tun. Eine sehr erfahrene und extrem robuste Mannschaft, die zudem noch den besten Torwart des Turniers zwischen den Pfosten hatte. Zwar konnten wir auch hier das Spiel bestimmen, aber gegen die griechische Abwehr gab es kaum ein Durchkommen. Kurz vor dem Seitenwechsel netzte dann die einzige griechische Sturmspitze gegen uns ein. Dass es nun ganz schwer werden würde war uns klar, dennoch machten wir weiter unser Spiel. Und kurz nach der Pause konnte Serdal dann nach schönem Dribbling per Innenpfostenknaller den 1:1 Ausgleich markieren, der bis zum Ende Bestand hatte. Plötzlich waren wir Tabellenführer.

Als Pirsos am Abend einen 5:0 Kantersieg gegen Worchester landete war allerdings klar, dass wir nur um Platz 2 in dieser Gruppe spielen konnten. So brauchten wir am Sonntagmorgen unbedingt einen Punkt gegen Chemnitz. Vor wenigen Wochen hatten wir in der Bundesliga 0:0 gegen die Sachsen gespielt. In der Saison zuvor 1:1. Unentschieden gegen Chemnitz ist also eigentlich Standard. Hinten rein stellen ist aber nicht unser Spiel. Und solange man selbst den Ball hat, kann der Gegner kein Tor machen. Wir dominierten die Partie klar und spielten uns einige gute Chancen heraus. Aber irgendwie wollte der Ball nicht den Weg ins Tor der Karl-Marx-Städter finden. Bis hin zu einem 8-Meter Doppelpenalty, den der Chemnitzer Torwart in der letzten Spielsekunde parieren konnte. Uns war es egal. Wir hatten nur einen einzigen Torschuss des Gegners zugelassen, das 0:0 gehalten und das Halbfinale klar gemacht.

Die Belohnung hieß ICB Bahia. Die Brasilianer sind Profis und trainieren fünf bis sechsmal in der Woche. Unter anderem waren sie mit den Weltmeistern Jefinho und Selmi am Start. Seine Vorrundenpartien in Bučovice hatte Bahia 5:0, 5:0 und 10:0 gewonnen. Unser Ziel konnte also nur sein, das Spiel gegen und mit diesen Ausnahmefußballern zu genießen. Am Ende hatten uns die Brasilianer sechs Tore eingeschenkt. Aber schon jeder gewonnene Zweikampf und jeder geblockte oder gehaltene Torschuss dieser Könner ist eine Freude. Jefinho, der beste Blindenfußballer der Welt und Siegtorschütze im WM-Endspiel, bekam dann von unserem Torwart für seine drei Treffer noch ein St. Pauli-Trikot geschenkt.  

Das Finale gewann Bahia schließlich mit 3:0 gegen Thessaloniki. Weil die Griechen ihren Flug erreichen mussten, wurde das Endspiel vorgezogen und wir durften zum Abschluss des Turniers das „Finale der Herzen“ um Platz 3 gegen unsere Gastgeber und Freunde von Avoy MU Brno spielen. 

„Ihr spielt ja fast wie die Brasilianer“, kommentierte die tschechische Hintertor-Navigatorin die Partie. Und tatsächlich hatten wir uns von unseren Vorbildern aus Bahia einiges abgeschaut. Wir ließen Ball und Gegner laufen und zunächst keine wirkliche Torchance zu.

Wie schon gegen Bahia kamen alle unsere Spieler zum Einsatz. Serdal sorgte mit zwei Treffern in der 9. und 20. Minute für eine beruhigende Pausenführung. Rasmus gelang nach tollem Solo aus der eigenen Abwehr heraus in der 27. Minute das 3:0. Kurz vor Schluss erzielte Avoys Stürmer Jan Mrásek dann noch den vom Heimpublikum umjubelten Ehrentreffer.

Platz 3 bei diesem Turnier ist wirklich ein riesiger Erfolg unserer jungen Mannschaft. Neben dem Pokal und den Bronzemedaillen gab es auf der Siegerehrung dann noch eine weitere Überraschung. Rasmus wurde zum besten Abwehrspieler des Turniers gekürt. Zwar war ihm dies trotz aller Freunde etwas unangenehm, hatte er doch die brasilianischen Ausnahmekönner hinter sich gelassen. Aber jene konnten ob der Dominanz ihrer Mannschaft ihr Können eben auch nicht zeigen. So nimmt Rasmus, der an diesem Wochenende unser Kapitän war, diese persönliche Auszeichnung völlig zurecht mit nach Hause.

Glücklich traten wir dann am Montagmorgen die Rückreise an. Zehn Stunden Zugfahrt, um ein großartiges und erfolgreiches Wochenende nochmal Revue passieren zu lassen. Vielen Dank an Avoy MU Brno für dieses weltbeste Turnier.

Text: Sven Gronau

Bild: Stefan Groenveld

Weitere Bilder von Stefan und einen tollen Bericht über seine Reise mit uns findet Ihr hier in seinem Blog: http://stefangroenveld.de/2015/bucovice-blind-football-cup-2015/

Danke Stefan!

Alle Ergebnisse und Torschützen sind auf dieser Seite aufgelistet: http://www2.teiresias.muni.cz/bbfc-timer/en/tournament-schedule

Weitere Fotoalben:

 von Michal Jašek: http://www.facebook.com/media/set/?set=a.1238008032893474.1073741898.122940397733582&type=3

 von Michael Hain: http://www.flickr.com/photos/auxarmes/sets/72157654940395915

 

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Bučovice Blind Football Cup 2015

Wir freuen uns wieder riesig, am international ausgezeichnet besetzten Turnier in Bučovice, Tschechien teilnehmen zu dürfen!

Bei unserer dritten Teilnahme werden wir diesmal vom Top-Photographen Stefan Groenveld begleitet. whoohoo!

Samstag starten wir ins Turnier: high noon zum shootout mit Worcester aus England.

Hier gibt es einen Live-Ticker zu den Spielen: http://www2.teiresias.muni.cz/bbfc-timer/

Es nehmen teil:

logo ICB-Bahia (Brazílie)    ICB-Bahia  (Brasilien)
logo Worcester BFC (Anglie)   Worcester BFC   (UK)
logo Pirsos Thessaloniki (Řecko)   Pirsos Thessaloniki   (Griechenland)
logo Five-a-side Anderlecht (Belgie)   Five-a-side Anderlecht   (Belgien)
logo Chemnitzer FC (Německo)    Chemnitzer FC  (Sachsen)
logo BFI Dublin (Irsko)   BFI Dublin    (Irland)
logo Avoy MU Brno (Česká republika)   Avoy MU Brno  (Tschechien und in unseren Herzen)
logo FC St. Pauli Hamburg (Německo)   FC St. Pauli von 1910 e.V.  (Sankt Pauli)

Turnierplan

Gruppe A: ICB Bahia, Avoy MU Brno, Five-a-side Anderlecht, BFI Dublin
Gruppe B: Pirsos Thessaloniki, University of Worcester BFC, Chemnitzer FC, FC St. Pauli

Samstag 20. Juni
( 2 x 20 minuten)
Sonntag 21. Juni
(2 x 20 minuten)
08:30–09:00: Begrüssung09:00–10:00: ICB Bahia – Avoy MU Brno
10:00–11:00: P. Thessaloniki – Chemnitzer FC
11:00–12:00: Avoy MU Brno – BFI Dublin
12:00–13:00: Worcester BFC – FC St. Pauli
13:00–14:00: ICB Bahia – BFI Dublin
14:00–15:00: P. Thessaloniki – FC St. Pauli
15:00–16:00: Avoy MU Brno – FAS Anderlecht
16:00–17:00: Worcester BFC – Chemnitzer FC
17:00–18:00: ICB Bahia – FAS Anderlecht
18:00–19:00: P. Thessaloniki – Worcester BFC
09:00–10:00 FAS Anderlecht – BFI Dublin
10:00–11:00 Chemnitzer FC – FC St. Pauli
11:00–12:00: 1. Halbfinale
12:00–13:00: 2. Halbfinale
13:00–14:00: Spiel um Platz 7
14:00–15:00: Spiel um Platz 5
15:00–16:00: Spiel um Platz 3
16:00–17:00: Finale17:00–18:00: Abschlusszeremonie

Mehr Infos zum Turnierverlauf findet Ihr auf der facebook-Veranstaltungsseite: https://www.facebook.com/events/925656304112754/ oder auf unseren sozialen Netzwerken

Forza!

 

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